
Sicherlich trägt die Finanzkrise ebenfalls dazu bei, dass zahlreiche Unternehmen des Mittelstands an permanentem Kapitalmangel leiden. Weil sich das vorhandene Eigenkapital nicht unerheblich auf die Kraftreserve eines Unternehmens auswirkt, sollte die Festigung der Kapitalstruktur nicht auf die leichte Schulter genommen werden.
Ein erfolgreiches Unternehmen steht auf zwei stabilen Säulen, die sich aus Finanzkapital und Humankapital zusammensetzen. Letzteres stellt hervorragend arbeitende und motivierte Mitarbeiter dar. Zusammen mit dem Eigenkapital sind sie für die ausreichende Bonität eines Unternehmens verantwortlich. Eine Aufstockung der Eigenkapitalquote geht mit einer zusätzlichen Kapitalbeschaffung einher. Dazu bedarf es zunächst eines Finanzierungsmodells. Als Basis zur Erstellung dienen in erster Linie die Interessen des Unternehmens und seiner Gesellschafter. Aber auch die außerbetrieblichen Kapitalgeber spielen dabei eine wichtige Rolle. Um eine alternative Finanzierungsmethode bestimmen zu können, sollten zudem bilanzielle und steuerliche Aspekte sowie Beteiligungen und geschätzte Umsatzentwicklungen mit einfließen. Auch eventuell in naher Zukunft beabsichtigte Unternehmensbeteiligungen oder Börsengänge dürfen beim Finanzierungsmodell nicht außen vor bleiben.
Nicht zuletzt sollten sich Unternehmer bezüglich der Bedeutung des Eigenkapitals in Bezug auf die Gesamtfinanzierung und damit der Investitionsfähigkeit des Betriebes bewusst sein. Als Möglichkeiten der Optimierung der Bilanzstruktur kommt das Leasing in Betracht, das das Eigenkapital schont. Auch über das Factoring lässt sich eine Erhöhung der Liquidität realisieren. Aus gegebenem Anlass hat sich die Zahl der Anbieter deutlich erhöht. Darüber hinaus können Beteiligungsgesellschaften, Fördermittel, Mittelstandsfonds sowie Mezzanine-Produkte, die eine Mischform von Eigen- und Fremdkapital sind, geeignete Instrumente sein.
